Frühjahr 2012 haben die meisten Einwohner von Eggersdorf und angrenzender Ortschaften erfahren, dass die bestehende Schweinezuchtanlage auf dem Gelände der Bornheimer GbR an der Müncheberger Straße erheblich vergrößert werden soll. In diesem Zusammenhang soll auch eine Biogasanlage errichtet werden.

Die Gesamtkapazität an Tieren soll wesentlich erweitert werden: Die Anzahl der Sauen soll verdoppelt, die der Jungsauen verdreifacht und die der Ferkelplätze vervierfacht werden. Insgesamt sind Plätze für nahezu 10.000 Tiere geplant. Einer derartigen Form der Massentierhaltung in Müncheberg möchten wir entgegenwirken.

Darüber hinaus soll die anfallende Gülle in einer geplanten Biogasanlage direkt neben der Schweinezucht in der Müncheberger Straße vergoren werden. Die dabei anfallenden "Gärreste" sollen anschließend auf die landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Hierfür werden etwa 600 Hektar Ackerland benötigt. Außerdem braucht die Bornheimer GbR als Betreiber der Biogasanlage ca. 70 Hektar Fläche* für den Anbau von Pflanzenmasse (in der Regel Mais), um deren Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Für die Umwelt und die Lebensqualität sind aus unserer Sicht eine Vielzahl von negativen Auswirkungen zu befürchten. Hierzu zählen insbesondere:

·         Die Gefahr der Verunreinigung des Grundwassers durch eingetragene Nährstoffe und Antibiotikarückstände (Eggersdorf bezieht sein Trinkwasser aus einem Trinkwasserbrunnen am Ort!).

·         Geruchsbelästigung durch das Ausbringen großer Mengen vergorener Gülle auf den umliegenden Ackerflächen.

·         Eine erhöhte Gefahr im Straßenverkehr durch schwere LKW für eine steigende Zahl von Futter- und Tiertransporten für die Schweinezuchtanlage sowie für den Betrieb der Biogasanlage.

·         Eine weitere Zunahme des Maisanbaus in der Gemarkung Eggersdorf, verbunden mit negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt, die Bodenfruchtbarkeit (Erosion, Verdichtung) sowie auf das Landschaftsbild.

·         Eine verstärkte Lärmbelästigung durch Landmaschinen und LKW.

·         Eine Zerstörung bzw. Beeinträchtigung angrenzender Naturschutzgebiete.

·         Eine Beeinträchtigung der Lebensqualität (durch Lärm, Gestank, Verkehr) und eine Abwertung von Grundeigentum im Ort.

·         Eine Beeinträchtigung des Tourismus in der Region (z.B. Brandenburger Jakobsweg, welcher an der Anlage vorbei führt).

Das derartige Beeinträchtigungen auch bei uns zu erwarten sind, zeigt die Tatsache, dass solche Anlagen beispielsweise in den Niederlanden oder dem Bundesland Niedersachsen nicht mehr genehmigt werden. Auch an anderen Standorten im Bundesland Brandenburg sind ähnliche Anlagen aufgrund der Einsprüche von Einwohnern bereits abgelehnt worden.

Als Interessengemeinschaft engagieren wir uns für eine Verhinderung der Erweiterung der bestehenden Schweinezuchtanlage sowie gegen eine Errichtung und Inbetriebnahme der geplanten Biogasanlage. Wir laden alle Bürger von Müncheberg und darüber hinaus herzlich ein, sich uns anzuschließen, damit auch die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt in unserer Region vorfinden können!

Nachtrag: Im Anschluss an den Erörterungstermin am 03.07.2012 lassen sich folgende Befürchtungen konkretisieren:

  • Lärmbelästigung durch 66 monatliche Schwerlast-LKW  von bis zu 40 Tonnen und 24 Gärrest-Transporte pro Tag in Spitzenzeiten (wenn man diese auf einen Arbeitstag von 7 bis 16 Uhr rechnet und die Rückfahrten miteinbezieht, könnte alle 11 Minuten ein Gärrest-Transport über Münchebergs Straßen ziehen!).
  • Ferner:  Die Straßen werden durch die vielen Transporte erheblich belastet. Entstehende Straßenschäden werden auf Kosten der Anlieger behoben. Einer macht die Gewinne, alle anderen zahlen!
  • In den Abluftanlagen der zukünftigen Ställe sind keine Filter vorgesehen. Bei einer geplanten Kaminhöhe der Abzugsanlagen von 10 Metern könnte bei besonderen Wetterlagen ganz Müncheberg im Gestank versinken!

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*Zum Vergleich: Auf die Fläche von 100 Hektar passen exakt 140 Fußballfelder, wie diese in modernen Stadien anzutreffen sind. Somit sollen beim Betrieb der Biogasanlage Gärreste auf einer Gesamtfläche von 840 Fußballfeldern ausgebracht werden!

**Mit Schwerlast- bzw. Schwerverkehr wird in Deutschland der Güter- und Personentransport mit Nutzfahrzeugen bezeichnet. Eine Zuordnung der Fahrzeuge wird hierbei im Regelfall über das Gesamtgewicht vorgenommen. Gegenwärtig existiert jedoch keine einheitliche Klassifizierung. Im Verkehrswesen wird ab einem Gewicht von 12 t von schweren Nutzfahrzeugen gesprochen. Im Bereich des Schallschutzes wird als Schwerverkehr der Anteil leichter und schwerer LKW bezeichnet. In Abhängigkeit von Erfassungsmethode und Quelle können unter dem Begriff Schwerverkehr somit Nutzfahrzeuge ab 2,8 t Gesamtgewicht zusammengefasst sein. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind mit dem Begriff Last- und Sattelzüge gemeint.